Nvidia hat im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 erneut deutlich von der Nachfrage nach Chips und Systemen für künstliche Intelligenz profitiert. Der Umsatz stieg auf 96,221 Milliarden US-Dollar. Das waren 106 Prozent mehr als im Vorjahresquartal und 18 Prozent mehr als im unmittelbar vorangegangenen Quartal.

Der mit Abstand größte Umsatztreiber war das Data-Center-Geschäft. Die Sparte erzielte 89,0 Milliarden Dollar und damit 117 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Sie machte damit den weit überwiegenden Teil des Konzernumsatzes aus.

Auch beim bereinigten Gewinn je Aktie übertraf Nvidia die Erwartungen. Das Unternehmen meldete 2,22 Dollar je Aktie; die von der Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf FactSet angegebene Konsensschätzung der Wall Street lag bei 2,09 Dollar.

Für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2027 rechnet Nvidia mit einem Umsatz von 108,0 Milliarden Dollar, wobei die Prognose eine Schwankungsbreite von plus oder minus zwei Prozent enthält. Der Ausblick setzt nach Angaben des Unternehmens keinen Umsatz aus Data-Center-Compute in China voraus. Das bedeutet nicht, dass Nvidia keinerlei China-Geschäft hat, sondern bezieht sich konkret auf diese Umsatzkategorie und die Annahmen für die Prognose.

Noch weiter blickte das Management auf das Geschäftsjahr 2028. Nvidia stellte nach dem Ergebnisbericht ein Umsatzwachstum von ungefähr 70 Prozent in Aussicht. Diese Zahl wurde von Axios, Reuters und AP unter Berufung auf Aussagen des Managements beziehungsweise des Earnings Calls berichtet. Eine detaillierte offizielle Jahresprognose mit aufgeschlüsselten Annahmen ist sie nicht.

Nvidia-Chef Jensen Huang begründete den Optimismus mit der anhaltend hohen Nachfrage nach KI-Infrastruktur. Nach Angaben des Unternehmens beschleunige sich die Nachfrage, während der Ausbau der Infrastruktur auf Hochtouren laufe.

KontextWarum kann Nvidia auch dann weiter stark wachsen, wenn der erste Trainingsboom abflacht?

Nvidia beschreibt Inferenz, also den laufenden Betrieb von KI-Modellen, als wichtigen Teil der produktiven Nutzung von KI. Dabei erzeugen Modelle fortlaufend Antworten und Tokens. Bei anspruchsvolleren Reasoning-Modellen kann nach einer wissenschaftlichen Arbeit zusätzlicher Rechenaufwand während der Nutzung die Fähigkeit verbessern, schwierige Aufgaben zu lösen. Der Effekt hängt jedoch vom Modell, der Aufgabe und dem konkreten Verfahren ab und tritt nicht automatisch bei jeder Aufgabe auf.

Für Betreiber zählt deshalb nicht nur die Leistung einzelner Chips, sondern auch, wie viele nützliche Tokens ein komplettes System pro Dollar und pro Watt erzeugt. Nvidia stellt diese Größen als zentral für die Wirtschaftlichkeit produktiver KI-Anwendungen dar. Zugleich könnte der steigende Betrieb den Strombedarf von Rechenzentren erhöhen: Die Internationale Energieagentur projiziert im Basisszenario einen Anstieg von rund 460 Terawattstunden 2024 auf mehr als 1.000 Terawattstunden 2030.

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Die Expansion soll auch über Partnerschaften mit Cloud-Anbietern vorangetrieben werden. Reuters berichtete unter Berufung auf Nvidia-Finanzchefin Colette Kress, Nvidia und Amazon Web Services wollten 2027 und 2028 gemeinsam zusätzliche zwei Millionen Nvidia-GPUs in der globalen Infrastruktur von Amazon einsetzen. Dabei handelt es sich um eine angekündigte Erweiterung der Zusammenarbeit; ein Nachweis, dass die Geräte zum Ende des Berichtsquartals bereits vollständig bestellt oder installiert waren, liegt damit nicht vor.

Nvidia meldete für das Quartal außerdem eine GAAP-Bruttomarge von 75,0 Prozent und einen GAAP-Nettogewinn von 59,688 Milliarden Dollar. Rund 26,0 Milliarden Dollar gab der Konzern im Quartal über Aktienrückkäufe und Dividenden an die Aktionäre zurück. Zum Quartalsende waren unter der bestehenden Rückkauf-Ermächtigung noch etwa 99,0 Milliarden Dollar verfügbar.

Quellen & Beleglage

4 Quellen

EineNachricht formuliert eigenständig. Die Angaben unten beschreiben, wofür die jeweilige Quelle in dieser Fassung verwendet wurde; die Quellenart ist kein Gütesiegel für sämtliche Aussagen der Quelle.

PrimärquelleNVIDIA Newsroom

Verwendet für: Nvidias offizielle Ergebnis-Mitteilung belegt die Quartalszahlen, die Prognose für das dritte Quartal, die China-Annahme, Huangs Aussagen sowie Margen, Gewinn und Kapitalausschüttungen.

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Eigenständige BerichterstattungAxios

Verwendet für: Axios berichtet über Nvidias Aussicht auf rund 70 Prozent Umsatzwachstum im Geschäftsjahr 2028.

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Eigenständige BerichterstattungAssociated Press

Verwendet für: AP trägt die unabhängige Einordnung der Quartalsergebnisse, die FactSet-Konsensschätzung zum bereinigten Gewinn je Aktie und die Berichterstattung über Nvidias Aussicht auf rund 70 Prozent Umsatzwachstum im Geschäftsjahr 2028.

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Eigenständige BerichterstattungReuters via MarketScreener

Verwendet für: Der Reuters-Bericht belegt die Prognose für das nächste Quartal, die Aussicht auf weiteres Wachstum sowie die geplante GPU-Zusammenarbeit mit Amazon Web Services.

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