Nvidia steht am Mittwoch, dem 26. August 2026, vor der Veröffentlichung seiner Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2027. Nach dem Stand der verfügbaren Berichterstattung und der offiziellen Nvidia-Investor-Relations-Seite zum Redaktionszeitpunkt um 18:45:53 Uhr UTC lagen noch keine belastbaren, offiziell bestätigten Kernzahlen vor. Die folgenden Erwartungen und Risiken beschreiben daher die Ausgangslage vor dem Bericht – nicht das tatsächliche Quartalsergebnis.
Das betreffende Quartal endete am 26. Juli. Nvidia will die Ergebnisse in einer Telefonkonferenz am 26. August um 14:00 Uhr pazifischer Zeit beziehungsweise 17:00 Uhr an der US-Ostküste erläutern. Der Termin war zum genannten Zeitpunkt angesetzt, die Konferenz noch nicht abgeschlossen.
Als Vergleichsmarke für den Bericht galten laut Yahoo Finance unter Berufung auf Koyfin-Daten rund 92 Milliarden US-Dollar Umsatz und 2,07 US-Dollar bereinigter Gewinn je Aktie. Diese Werte sind Analystenerwartungen und nicht mit später veröffentlichten GAAP-Zahlen gleichzusetzen.
Im Mittelpunkt der Vorberichterstattung stand die Frage, ob Nvidia das hohe Wachstumstempo im Geschäft mit künstlicher Intelligenz halten kann. Laut der Vorberichterstattung erwarten Anleger vom Management vor allem Hinweise darauf, wie robust die Nachfrage nach Rechenzentren ist und ob die Investitionspläne großer Kunden den Ausbau weiter stützen. Der Ausblick des Managements könnte damit für die Bewertung wichtiger werden als ein einzelner Quartalswert.
Ein weiteres Thema sind die Kosten für Hochleistungsspeicher, insbesondere High-Bandwidth Memory. In der Vorberichterstattung wurde davor gewarnt, dass steigende Speicherpreise die Margen von KI-Beschleunigern und Servern belasten könnten. Ob und in welchem Umfang sich dieses Risiko im zweiten Quartal ausgewirkt hat, war vor der Veröffentlichung offen.
KontextWer profitiert vom HBM-Engpass – und warum könnte er Nvidia stärker treffen als nur über höhere Kosten?
Der Engpass bei High-Bandwidth Memory ist auch ein Verteilungsthema in der Lieferkette. Nvidia beschreibt in seinem Geschäftsbericht langfristige Kapazitätsverpflichtungen und Aufpreise, mit denen sich das Unternehmen künftige Lieferungen sichert. Steigende Lieferantenpreise können dabei die Kosten und Margen belasten.
Nach Angaben von Tom’s Hardware haben Samsung, SK hynix und Micron Kapazitäten zugunsten von HBM und hochmargigem Enterprise-DRAM verschoben. Dadurch kann herkömmlicher Speicher knapper werden. Nach der Branchenberichterstattung zu Samsung, SK hynix und Micron verleiht die starke Konzentration der HBM-Produktion auf wenige große Anbieter den Speicherherstellern in einer Knappheitsphase zusätzliche Preissetzungsmacht gegenüber Abnehmern wie Nvidia. Als wirtschaftliche Einordnung gilt daher: Wenn Speicherpreise schneller steigen als die Verkaufspreise von KI-Systemen, könnte ein Teil der Profitabilität des KI-Infrastrukturbooms zu den Speicherherstellern wandern. Das ist kein bestätigter Effekt im zweiten Quartal 2027.
Der Erwartungsdruck am Markt war zugleich hoch. Laut Axios hatte die Nvidia-Aktie zuvor eine ungewöhnliche siebentägige Verlustserie verzeichnet, die am Dienstag, dem 25. August, endete. Die Kursentwicklung beschreibt die Stimmung vor dem Bericht, sagt aber allein nichts über die operative Entwicklung des Unternehmens aus.
Quellen & Beleglage
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Quelle öffnen ↗ (öffnet in neuem Tab)Was wir weiter beobachten
Diese Punkte sind für mögliche Aktualisierungen noch nicht abschließend geklärt:
- Welche offiziellen Q2-FY27-Kernzahlen und welchen Ausblick veröffentlicht Nvidia nach dem angesetzten Ergebnistermin?
