Der iranische Rial ist am Montag zum Handelsbeginn im informellen Markt auf ein neues Rekordtief gefallen. Für einen US-Dollar wurden rund 2,02 Millionen Rial genannt. Gleichzeitig bereiteten die Vereinigten Staaten nach Berichten der Associated Press weitere Sanktionen gegen Iran vor. Welche Personen, Unternehmen oder Wirtschaftsbereiche betroffen sein sollen und wann die Maßnahmen formell bekanntgegeben werden, war zunächst nicht geklärt.

Der genannte Wechselkurs beschreibt den Stand zur Öffnung des informellen Marktes am 24. August. Ein belastbarer späterer Tagesstand lag zunächst nicht vor. Zum offiziellen Kurs der iranischen Zentralbank wurde der Dollar in einem Bericht mit etwa 1,5 Millionen Rial bewertet. Die beiden Angaben beziehen sich auf unterschiedliche Marktsegmente und sind daher nicht ohne Weiteres als identische Vergleichswerte zu verstehen.

KontextWarum ist der informelle Kurs ein wichtiger Hinweis, obwohl der offizielle Kurs abweicht?

Nach einer Analyse des Internationalen Währungsfonds hat Iran über längere Zeit mehrere Wechselkurse parallel verwendet. Bei Devisenknappheit wichen demnach viele Marktteilnehmer auf den Parallelmarkt aus. Der informelle Kurs entsteht dort, wo Devisen knapp sind und Marktteilnehmer außerhalb des offiziellen Systems handeln. Er ist deshalb nicht einfach ein zweiter, direkt vergleichbarer Preis, sondern kann zeigen, wie stark der Zugang zu ausländischer Währung unter Druck steht. Die IMF-Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass Sanktionen gegen Finanztransaktionen und Ölexporte Ende 2011 und Anfang 2012 zu einer starken Abwertung des Rial im Parallelmarkt führten und den Import von Rohstoffen und Vorprodukten erschwerten. Dieser historische Vergleich beschreibt ein früheres Muster, belegt aber nicht, dass aktuelle Maßnahmen denselben Effekt haben werden.

Quellen (2)

Die geplanten US-Maßnahmen sollen nach Darstellung der amerikanischen Regierung zusätzlichen Druck auf die iranische Wirtschaft ausüben. Präsident Donald Trump bezeichnete die Kampagne nach AP-Berichten als „economic D-Day“. Die Bezeichnung beschreibt die politische Zielsetzung der US-Regierung, belegt aber keinen wirtschaftlichen Effekt der noch nicht veröffentlichten Maßnahmen.

Irans Wirtschaft steht bereits unter dem Druck früherer US-Sanktionen und einer in AP-Berichten beschriebenen US-amerikanischen Seeblockade. Die Vereinigten Arabischen Emirate kündigten am 19. August an, den Handel mit Iran auszusetzen. Nach Einschätzung des von AP zitierten Wirtschaftswissenschaftlers Mohammad Farzanegan waren die VAE ein wichtiges Reexport- und Handelszentrum für Iran und halfen dabei, die Folgen früherer Sanktionen abzufedern. Wie weit die angekündigte Handelsaussetzung umgesetzt wurde, war zunächst unklar.

Teheran verschärfte den Ton gegenüber Staaten, die neue US-Maßnahmen unterstützen könnten. Ein hochrangiger iranischer Sicherheitsvertreter warnte nach AP-Berichten, Iran werde eine solche Unterstützung als „Akt des Krieges“ betrachten. China erklärte am 24. August nach AP-Angaben, Sanktionen und zusätzlicher Druck würden nicht helfen, den Konflikt mit Iran zu lösen.

Quellen & Beleglage

8 Quellen

EineNachricht formuliert eigenständig. Die Angaben unten beschreiben, wofür die jeweilige Quelle in dieser Fassung verwendet wurde; die Quellenart ist kein Gütesiegel für sämtliche Aussagen der Quelle.

Eigenständige BerichterstattungAssociated Press

Verwendet für: Hauptquelle für Rekordtief, Sanktionsvorbereitung und wirtschaftlichen Druck.

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Verwendet für: Hintergrund zur Handelsaussetzung der VAE und deren Bedeutung als Reexportzentrum.

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Verwendet für: Iranische Warnung und politische Reaktion.

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Verwendet für: Aktualisierte Reaktionen Irans und Chinas sowie Kontext zur Straße von Hormus.

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Verwendet für: Kontext zur US-Strategie und zu Trumps Bezeichnung 'economic D-Day'.

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Ergänzende BerichterstattungWTOP / AP

Verwendet für: Präziser Wechselkurs von rund 2,02 Millionen Rial je US-Dollar.

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Verwendet für: Einordnung von informellem und offiziellem Wechselkurs sowie zusätzliche Reaktionen.

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Verwendet für: Unabhängige Syndizierung zur Bestätigung des Sanktions- und Rekordtief-Berichts.

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NOCH OFFEN

Was wir weiter beobachten

Diese Punkte sind für mögliche Aktualisierungen noch nicht abschließend geklärt:

  • Werden die angekündigten weiteren US-Sanktionen gegen Iran formell bekanntgegeben, und welche Reichweite haben sie?
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