Iran hat den USA mit schwerer Vergeltung gedroht, falls Präsident Donald Trump weitere Maßnahmen gegen das Land ergreift. Mohsen Rezaei, der neue Sekretär des iranischen Obersten Nationalen Sicherheitsrats, sprach im iranischen Staatsfernsehen von einer „seismischen“ beziehungsweise „erdbebenartigen“ Reaktion. Die Aussage ist als Drohung und politische Kommunikation dokumentiert; sie belegt nicht, dass ein konkreter Angriff beschlossen wurde oder unmittelbar bevorsteht.

Rezaei warnte zudem die Nachbarstaaten Irans: Sollten sie sich an der von Washington angekündigten neuen wirtschaftlichen Kampagne gegen Teheran beteiligen, würden sie nach seiner Darstellung als Feinde betrachtet. Für diesen Fall stellte Iran Angriffe auf Interessen unterstützender Staaten sowie eine mögliche Unterbrechung von Öltransporten aus dem Persischen Golf und über andere Exportwege in Aussicht. Es handelt sich um eine konditionale Drohung. Ob und wann Iran solche Maßnahmen umsetzen würde, ist offen.

KontextWarum hätte eine Unterbrechung von Öltransporten durch die Straße von Hormus internationale Bedeutung?

Für solche internationalen Meerengen sieht das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen grundsätzlich ein Recht auf Transitpassage vor: Schiffe sollen sie ungehindert durchqueren können. Wie ein konkreter Vorfall rechtlich zu bewerten wäre, hinge allerdings von den Umständen und den beteiligten Staaten ab.

Quellen (1)

Die US-Regierung hat am 24. August 2026 unter der Bezeichnung „Operation Economic Outcast“ eine neue, nach Angaben des US-Finanzministeriums umfassende Wirtschaftskampagne gegen Iran und Unterstützer gestartet. Das Ministerium erklärte, die Kampagne solle iranische Einnahmequellen weltweit abschneiden und die sekundäre Sanktionsgefahr für Staaten und Unternehmen mit Iran-Geschäften ausweiten. Die Associated Press berichtete ebenfalls über den Start neuer Sanktionen und den Druck auf Staaten, ihre Wirtschaftsbeziehungen zu Iran abzubrechen. Die vorliegenden Angaben belegen den offiziellen Start und die strategische Stoßrichtung; der vollständige praktische Anwendungsbereich sämtlicher Maßnahmen und die Umsetzung durch einzelne Drittstaaten bleiben davon zu unterscheiden.

KontextWarum könnten auch ausländische Banken und Unternehmen von US-Maßnahmen gegen Iran betroffen sein?

Die USA setzten im Zusammenhang mit Iran seit 2010 nicht nur auf Sanktionen gegen iranische Akteure. Nach einer rückblickenden Darstellung des US-Finanzministeriums konnten sogenannte sekundäre Sanktionen auch ausländische Banken und Unternehmen treffen, wenn sie bestimmte Geschäfte mit Iran machten. Der mögliche Druck entstand vor allem dadurch, dass solche Akteure zwischen Iran-Geschäften und dem Zugang zum US-Finanzsystem oder zum US-Markt wählen mussten. Das erklärt, warum sich Rezaeis Warnung ausdrücklich auch an Staaten und Unternehmen außerhalb Irans richtet. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, welchen Umfang die aktuell angekündigte US-Kampagne tatsächlich haben würde.

Quellen (2)

Der iranische Außenministeriumssprecher Esmaeil Baghaei bezeichnete die neuen US-Maßnahmen als „wirtschaftlichen Terrorismus“ und als unzulässige extraterritoriale Einmischung in die Souveränität anderer UN-Mitgliedstaaten. Das ist die offizielle Bewertung Teherans.

Parallel schlug Präsident Masoud Pezeshkian einen diplomatischeren Ton an. Er bezeichnete ein Memorandum of Understanding mit den USA als besten Weg aus dem festgefahrenen Krieg und erklärte, das Dokument enthalte keine Bestimmung, die einer Kapitulation gleichkomme. Der vollständige Inhalt und der rechtliche Status des Memorandums gehen aus den Berichten nicht hervor. Damit stehen in den öffentlichen Botschaften aus Teheran ein harter sicherheitspolitischer Kurs und das Signal nebeneinander, eine Vereinbarung mit Washington weiterhin als Ausweg zu betrachten.

Die Drohungen fallen in einen nach Einordnung der berichtenden Medien seit Monaten andauernden und festgefahrenen Konflikt zwischen Iran und den USA. Zur angespannten Lage rund um die für den Öltransport wichtige Straße von Hormus berichtete The Independent, Iran habe am 22. August mehreren irakischen Tankern die Durchfahrt erlaubt. Das belegt weder eine vollständige Öffnung noch eine Normalisierung des Schiffsverkehrs. Mit dem offiziellen Start von „Operation Economic Outcast“ am 24. August 2026 ist die angekündigte US-Kampagne nun grundsätzlich konkretisiert. Die Reichweite einzelner Sanktionen, die Umsetzung durch bestimmte Drittstaaten und eine mögliche iranische Reaktion waren damit weiterhin nicht abschließend geklärt.

Quellen & Beleglage

9 Quellen

EineNachricht formuliert eigenständig. Die Angaben unten beschreiben, wofür die jeweilige Quelle in dieser Fassung verwendet wurde; die Quellenart ist kein Gütesiegel für sämtliche Aussagen der Quelle.

Eigenständige Berichterstattung · Ergänzende BerichterstattungAssociated Press

Verwendet für: Aktueller offizieller Drohungswortlaut, Warnung an Nachbarstaaten, Position des iranischen Präsidenten.

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Verwendet für: Politischer Kontext zum Memorandum und zur Position von Präsident Pezeshkian.

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Verwendet für: Hintergrund zu Trumps wirtschaftlicher Strategie und zur Sanktionsgeschichte Irans.

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Eigenständige BerichterstattungThe Independent

Verwendet für: Laufende Chronologie, Trumps Ankündigungen, Reaktionen aus Teheran und zusätzliche Details zur Straße von Hormus.

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Eigenständige BerichterstattungCBS News

Verwendet für: Zusätzliche aktuelle Einordnung der iranischen Warnungen zur militärischen Bereitschaft.

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Ergänzende BerichterstattungBreitbart News

Verwendet für: Nur ergänzend für den erwarteten Termin der US-Sanktionsankündigung am 24. August; nicht als alleinige Grundlage für zentrale Tatsachen verwenden.

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Ergänzende Berichterstattungebs.publicnow.com

Verwendet für: Neue Evidenz für die Aktualisierung des veröffentlichten Artikels

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Ergänzende Berichterstattungapnews.com

Verwendet für: Neue Evidenz für die Aktualisierung des veröffentlichten Artikels

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ÄNDERUNGSHISTORIE

Aktualisierungen

  1. Aktualisierung: Die US-Maßnahmen waren beim Artikelstand vom 23. August noch angekündigt und in Umfang sowie Rechtsinhalt unklar. Am 24. August 2026 startete das Finanzministerium offiziell „Operation Economic Outcast“ und konkretisierte eine Ausweitung des Drucks auf internationale Geschäfte mit Iran. Der bisherige Watch ist damit er.
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