TikTok, der Mutterkonzern ByteDance und verbundene Unternehmen haben sich mit dem US-Justizministerium auf eine Zahlung von 400 Millionen Dollar geeinigt. Das Ministerium kündigte die Vereinbarung am 21. August 2026 an. Sie soll ein Verfahren beenden, das die US-Regierung 2024 wegen mutmaßlicher Verstöße gegen den Children’s Online Privacy Protection Act (COPPA) und die dazugehörigen Vorschriften eingeleitet hatte.

Nach Darstellung des US-Justizministeriums soll TikTok persönliche Daten von Kindern unter 13 Jahren gesammelt oder verarbeitet haben, ohne die nach dem US-Kinderdatenschutzrecht erforderliche elterliche Zustimmung ausreichend sicherzustellen. Die Vorwürfe stammen aus der Klage der US-Regierung und sind durch die Einigung nicht als gerichtliches Urteil festgestellt. Aus den belegten Informationen geht außerdem nicht hervor, dass TikTok die Vorwürfe anerkannt hat.

Das Verfahren war im August 2024 gemeinsam mit der Federal Trade Commission vorangetrieben worden. Die FTC hatte den Vorgang wegen mutmaßlicher COPPA-Verstöße an das Justizministerium verwiesen. Im Mittelpunkt standen damit die Regeln für den Umgang mit personenbezogenen Daten von Kindern auf Online-Plattformen.

Der Fall stand zudem im Zusammenhang mit einer früheren Vereinbarung aus dem Jahr 2019. Damals waren TikTok beziehungsweise ByteDance bereits zu Maßnahmen zum Schutz der Privatsphäre von Kindern verpflichtet worden. Das nun beigelegte Verfahren bezog sich auf den Vorwurf, dass diese Anforderungen beziehungsweise die gesetzlichen Vorgaben später nicht ausreichend eingehalten worden seien.

KontextWarum wurde TikTok 2024 erneut untersucht?

Nach Darstellung der Federal Trade Commission begann die Untersuchung im Zusammenhang mit einer Überprüfung, ob TikTok und ByteDance die 2019 nach dem Musical.ly-Fall angeordneten Schutzmaßnahmen einhielten. Dabei habe die Behörde neben möglichen Verstößen gegen den US-Kinderdatenschutz auch mögliche Verstöße gegen andere US-Verbraucherschutzregeln festgestellt und den Vorgang deshalb an das Justizministerium weitergeleitet. Die frühere Vereinbarung war also nicht nur mit einer Zahlung verbunden: Sie verpflichtete die Betreiber auch, die Kinderdatenschutzregeln einzuhalten und Videos von Kindern unter 13 Jahren offline zu nehmen. Diese Darstellung beschreibt den behördlichen Ausgangspunkt, beweist aber nicht die späteren Vorwürfe.

Quellen (2)

Das Justizministerium bezeichnete die 400 Millionen Dollar als eine der größten Summen, die bislang unter dem US-Kinderdatenschutzrecht in einem solchen Verfahren erreicht worden seien. Die genaue rechtliche Einordnung und Aufteilung der Zahlung sowie mögliche zusätzliche technische oder organisatorische Auflagen sind aus den hier belegten Zusammenfassungen nicht vollständig ersichtlich.

Die Vereinbarung ist der jüngste belegte materielle Stand des Verfahrens. Bis zum 23. August 2026 wurde in den recherchierten Quellen keine spätere Änderung oder Aufhebung sowie keine neue Opfer- oder Schadenszahl berichtet. Das belegt den Veröffentlichungsstand, sagt aber nichts über mögliche noch nicht öffentlich zugängliche weitere Verfahrensschritte aus.

Quellen & Beleglage

5 Quellen

EineNachricht formuliert eigenständig. Die Angaben unten beschreiben, wofür die jeweilige Quelle in dieser Fassung verwendet wurde; die Quellenart ist kein Gütesiegel für sämtliche Aussagen der Quelle.

PrimärquelleU.S. Department of Justice

Verwendet für: Primärquelle für die Einigung, ihre Gesamtsumme und den rechtlichen Gegenstand.

Quelle öffnen ↗ (öffnet in neuem Tab)
PrimärquelleU.S. Department of Justice

Verwendet für: Gerichtliche Primärquelle für die konkreten Anschuldigungen.

Quelle öffnen ↗ (öffnet in neuem Tab)
Eigenständige BerichterstattungAssociated Press

Verwendet für: Unabhängige Bestätigung der Einigung und Einordnung des abgeschlossenen 2024er Verfahrens.

Quelle öffnen ↗ (öffnet in neuem Tab)
Eigenständige BerichterstattungCBS News

Verwendet für: Unabhängige Bestätigung des jüngsten Stands und der zentralen Vorwürfe.

Quelle öffnen ↗ (öffnet in neuem Tab)
Ergänzende BerichterstattungWashington Examiner

Verwendet für: Berichtete Details zur Aufteilung der Zahlung; sollte vor Verwendung nochmals anhand der Vergleichsdokumente abgesichert werden.

Quelle öffnen ↗ (öffnet in neuem Tab)
Ressort & Themen
TechnologieTikTokByteDanceUS-JustizministeriumFederal Trade Commission