Das Nancy Grace Roman Space Telescope steht kurz vor seinem Start, ist aber noch nicht im All. Nach NASA-Angaben zielen die US-Raumfahrtbehörde und SpaceX auf einen Start frühestens am Sonntag, dem 30. August 2026, um 7.26 Uhr Ortszeit an der US-Ostküste (11.26 Uhr UTC). Der Termin ist ein Ziel, kein bestätigter Startzeitpunkt.

KontextWer war Nancy Grace Roman – und warum trägt das Teleskop ihren Namen?

Der Name erinnert an Nancy Grace Roman, die nach Angaben der NASA deren erste Chefastronomin und die erste Frau in einer Führungsposition der Behörde war. Roman setzte sich zudem dafür ein, das zunächst umstrittene Konzept eines großen Weltraumteleskops bei Forschenden, der NASA und dem US-Kongress voranzubringen. So trug sie dazu bei, dass aus der Idee die Hubble-Mission wurde. Das heutige Teleskop hieß während seiner Entwicklung zunächst WFIRST und wurde 2020 zu Ehren Romans umbenannt. Sie starb 2018.

Quellen (3)

Roman soll mit einer Falcon-Heavy-Rakete vom Launch Complex 39A des Kennedy Space Centers in Florida abheben. Am Startplatz wurde das Teleskop bereits in die Nutzlastverkleidung eingeschlossen, bevor es mit der Rakete zusammengeführt werden soll. Das Observatorium war zuvor im Reinraum des Goddard Space Flight Center in Maryland montiert und per Barge nach Florida transportiert worden.

Im Mittelpunkt der Mission steht die Dunkle Energie. Darunter verstehen Forschende den bislang nicht vollständig erklärten Einfluss, der mit der beschleunigten Ausdehnung des Universums in Verbindung steht. Roman soll Galaxien über große kosmische Zeiträume kartieren und dabei ihre Bewegung und Entwicklung sowie Effekte der Gravitationslinse vermessen. Das Teleskop soll dafür drei voneinander unabhängige Verfahren einsetzen.

Die Mission soll nicht bereits vor ihrem Start eine Erklärung für die Dunkle Energie liefern. Sie soll vielmehr präzisere Daten dazu sammeln, wie sich der Einfluss dieser bislang rätselhaften Komponente des Universums im Lauf der kosmischen Geschichte bemerkbar macht. Die leitende Missionswissenschaftlerin Julie McEnery sagte der Washington Post, die Forschenden würden sehr wahrscheinlich überrascht werden.

Roman ist für eine großflächige Infrarot-Durchmusterung ausgelegt, die mehr als 2.000 Quadratgrad abdecken soll. Nach NASA-Angaben wird sein Sichtfeld mindestens hundertmal größer sein als das des Hubble-Weltraumteleskops. Im Lauf der Mission könnte es Licht von rund einer Milliarde Galaxien erfassen – eine erwartete Reichweite, keine bereits erhobene Datenmenge.

Neben der Kosmologie soll das Observatorium auch Exoplaneten untersuchen. Mit der Transitmethode soll es solche Planeten statistisch erfassen. Ein Coronagraph soll zudem als Technologiedemonstration direkte Beobachtungen von Exoplaneten ermöglichen. Dieser Einsatz ist als Erprobung der Technik vorgesehen und noch kein etablierter Routinebetrieb.

Nach einer Schätzung der Missionswissenschaftlerin McEnery könnte Roman mit der Transitmethode zwischen etwa 60.000 und 200.000 neue Exoplaneten aufspüren. Wie viele davon tatsächlich entdeckt werden und welche Erkenntnisse das Teleskop zur Dunklen Energie liefert, wird erst nach dem Start und Beginn der Beobachtungen feststehen.

Quellen & Beleglage

5 Quellen

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PrimärquelleNASA

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PrimärquelleNASA Science

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PrimärquelleNASA Goddard Space Flight Center

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Eigenständige BerichterstattungThe Washington Post

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Was wir weiter beobachten

Diese Punkte sind für mögliche Aktualisierungen noch nicht abschließend geklärt:

  • Hat der Start des Roman-Weltraumteleskops stattgefunden oder wurde er verschoben?
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