Die USA haben am 22. August zusätzliche Zölle von 50 Prozent auf kanadische Waren im Wert von rund 20 Milliarden US-Dollar in Kraft gesetzt. Kanada will darauf mit Gegenzöllen auf US-Waren reagieren. Premierminister Mark Carney kündigte an, dass die Maßnahmen dem Prinzip „Dollar für Dollar“ folgen sollen und ab dem 8. September gelten könnten.
Die angekündigten Gegenzölle sollen laut Carney unter anderem US-Stahl, Elektronik und weitere Produkte treffen. Eine vollständige Warenliste sowie die genauen Zollhöhen je Produktgruppe waren zum redaktionellen Stand noch nicht veröffentlicht. Damit ist auch offen, ob Kanada die US-Abgaben tatsächlich vollständig ausgleichen wird.
Die Handelsgespräche zwischen Ottawa und Washington endeten am Freitag, dem 21. August, ohne Vereinbarung. Die Berichte unterscheiden sich darin, ob sie den Vorgang als Scheitern der Verhandlungen oder als Entscheidung Kanadas beschreiben, die Gespräche nicht abschließend fortzuführen. Fest steht: Eine Einigung kam bis dahin nicht zustande.
Die neuen US-Zölle waren zuvor noch bis zum Ende des 21. August aufgeschoben worden, während beide Seiten weiterverhandelten. Die entsprechende Verschiebung hatte die kanadische Regierung am 18. August mitgeteilt. Am folgenden Samstag traten die zusätzlichen Abgaben nach aktuellen Berichten in Kraft.
Carney kündigte zudem für die kommende Woche Unterstützungsmaßnahmen für Branchen an, die besonders unter den US-Zöllen leiden. Nach seinen Angaben könnten solche Hilfen über Jahre erforderlich sein. Einzelheiten zu Umfang, Finanzierung und Empfängern waren noch nicht bekannt.
Die Auseinandersetzung ist eine weitere Eskalationsstufe in dem seit 2025 andauernden Handelskonflikt zwischen Kanada und den USA. Kanada ist stark vom US-Markt abhängig: Nach Angaben von Reuters gehen etwa 70 Prozent der kanadischen Exporte in die Vereinigten Staaten. Ob die Gegenzölle wie angekündigt am 8. September starten, kann sich noch ändern oder durch eine neue Vereinbarung gegenstandslos werden.
Quellen & Beleglage
6 QuellenEineNachricht formuliert eigenständig. Die Angaben unten beschreiben, wofür die jeweilige Quelle in dieser Fassung verwendet wurde; die Quellenart ist kein Gütesiegel für sämtliche Aussagen der Quelle.
Verwendet für: Aktueller Inkrafttritt der US-Zölle sowie Carneys Ankündigung von Gegenzöllen.
Quelle öffnen ↗ (öffnet in neuem Tab)Verwendet für: Aktueller politischer Kontext und Scheitern der Verhandlungen.
Quelle öffnen ↗ (öffnet in neuem Tab)Verwendet für: Datum des geplanten Inkrafttretens, Zielbereiche der Gegenzölle, angekündigte Hilfen und Exportabhängigkeit Kanadas.
Quelle öffnen ↗ (öffnet in neuem Tab)Verwendet für: Dokumentation der zuvor vereinbarten Verschiebung der US-Zölle bis zum Ende des 21. August 2026.
Quelle öffnen ↗ (öffnet in neuem Tab)Verwendet für: Hintergrund zu einer weiteren US-Zollmaßnahme und zu Ausnahmen für USMCA-konforme Waren; nicht als Beleg für den neuesten Gegenzollstand verwenden.
Quelle öffnen ↗ (öffnet in neuem Tab)Verwendet für: Zusätzlicher unabhängiger Kontext zum Scheitern der Gespräche und zu den betroffenen Warenbereichen.
Quelle öffnen ↗ (öffnet in neuem Tab)Was wir weiter beobachten
Diese Punkte sind für mögliche Aktualisierungen noch nicht abschließend geklärt:
- Werden die von Kanada angekündigten Gegenzölle am 8. September 2026 in Kraft treten oder zuvor geändert, verschoben beziehungsweise durch eine Vereinbarung gegenstandslos?
