Der 1. FC Kaiserslautern hat das Südwestderby beim SV Waldhof Mannheim in der ersten Runde des DFB-Pokals mit 1:0 nach Verlängerung gewonnen. Ibrahim Kanaté erzielte den entscheidenden Treffer in der 120. Minute – kurz bevor es ins Elfmeterschießen gegangen wäre.
Überschattet wurde die Partie im Mannheimer Carl-Benz-Stadion von mehreren Zwischenfällen auf den Rängen. Schon nach wenigen Minuten unterbrach Schiedsrichter Robert Schröder das Spiel wegen Pyrotechnik aus dem Gästeblock. Auch aus dem Mannheimer Fanbereich flogen nach dpa-Angaben Gegenstände in Richtung des Kaiserslauterer Torhüters Julian Krahl; zudem wurden Feuerwerkskörper gezündet. Nach einer kurzen Pause wurde die Begegnung fortgesetzt.
Auch der Beginn der zweiten Halbzeit verzögerte sich wegen erneut gezündeter Pyrotechnik. Die schwerste Unterbrechung folgte nach dem Ende der regulären Spielzeit beim Stand von 0:0. Nach einer Rudelbildung auf dem Platz und weiteren Feuerwerkskörpern aus dem Kaiserslauterer Block stürmten Anhänger des Waldhof den Innenraum. Die Teams gingen in die Kabinen, Polizeikräfte und berittene Einheiten sicherten den Rasen und den Heimblock.
Ein Abbruch stand zeitweise im Raum. Nach rund 20 Minuten konnte die Verlängerung jedoch angepfiffen werden. Kaiserslautern entschied das sportlich umkämpfte Spiel dann in der letzten Minute für sich und zieht in die zweite Pokalrunde ein.
Die Partie war wegen der langjährigen Rivalität beider Vereine als Hochrisikospiel eingestuft worden. Bis zur Eskalation nach der regulären Spielzeit hatte das Polizeipräsidium Mannheim die Lage rund um das Stadion laut dpa noch als weitgehend ruhig bewertet. Ob der Deutsche Fußball-Bund die Vorfälle sportrechtlich aufarbeitet, war unmittelbar nach Spielende offen.
KontextWie prüft der DFB Zuschauervorfälle bei Pokalspielen sportrechtlich?
Bei möglichen Verstößen im Zusammenhang mit einem DFB-Pokalspiel prüft zunächst der DFB-Kontrollausschuss den Sachverhalt. Bei Zuschauerausschreitungen fordert er nach Darstellung des Verbands in der Regel eine Stellungnahme der betroffenen Vereine an. Wird das Verfahren nicht eingestellt, kann der Kontrollausschuss beim DFB-Sportgericht einen Strafantrag stellen. Das Sportgericht entscheidet als erste Instanz überwiegend schriftlich und häufig durch einen Einzelrichter; gegen seine Entscheidungen ist das DFB-Bundesgericht die Rechtsmittelinstanz. Welche Folgen in Betracht kommen, hängt vom festgestellten Verstoß und den Umständen des Einzelfalls ab.
KontextWie entwickelte sich die Rivalität zwischen Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern?
Die Rivalität entstand vor allem in den 1980er Jahren. Als Waldhof 1983 in die Bundesliga aufstieg, wich der Verein wegen eines Umbaus seiner damaligen Spielstätte für Heimspiele in das Ludwigshafener Südweststadion aus. Das lag in Rheinland-Pfalz, nahe dem Einzugsgebiet des FCK, und wurde in Kaiserslautern als Konkurrenz um Zuschauer wahrgenommen. Zugleich trafen beide Klubs nun regelmäßig in der Bundesliga aufeinander. Die geografische Nähe und diese Konfliktgeschichte prägten das Duell über die folgenden Jahrzehnte, auch in späteren Begegnungen in niedrigeren Ligen.
Quellen (2)
Quellen & Beleglage
3 QuellenEineNachricht formuliert eigenständig. Die Angaben unten beschreiben, wofür die jeweilige Quelle in dieser Fassung verwendet wurde; die Quellenart ist kein Gütesiegel für sämtliche Aussagen der Quelle.
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Quelle via 1&1 öffnen ↗ (öffnet in neuem Tab)Was wir weiter beobachten
Diese Punkte sind für mögliche Aktualisierungen noch nicht abschließend geklärt:
- Wie bewertet der Deutsche Fußball-Bund die dokumentierten Vorfälle sportrechtlich?
