Am europäischen Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana ist der Wettersatellit MTG-I2 gestartet. Die Ariane 6 hob am Donnerstag, 27. August 2026, um 22:11 Uhr MESZ ab – in Kourou war es zu diesem Zeitpunkt 17:11 Uhr Ortszeit. Der Start erfolgte im Rahmen der Ariane-6-Mission VA270.
MTG-I2 ist der zweite bildgebende Satellit der Meteosat-Third-Generation-Mission und zugleich der dritte Satellit der MTG-Konstellation. Mit ihm ist die erste Satellitenfamilie dieser Mission vollständig. Bereits im All sind die Satelliten MTG-I1 und MTG-S1.
KontextWas kann der bereits gestartete MTG-S1-Satellit, das MTG-I2 als bildgebender Satellit nicht kann?
Die Europäische Weltraumorganisation beschreibt MTG-S1 seit Juli 2026 als in seiner operativen Position und bereit zur Lieferung von Wetterdaten. Nach Angaben der Europäischen Weltraumorganisation misst sein Infrarot-Sounder über Europa alle 30 Minuten Temperatur und Feuchtigkeit in verschiedenen Höhen. Daraus entstehen dreidimensionale Profile der Atmosphäre. Nach Angaben der Europäischen Weltraumorganisation und von EUMETSAT können diese Messungen auf instabile Bedingungen hinweisen, bevor sich sichtbare Wolken bilden. Zusätzlich beobachtet MTG-S1 nach Angaben der Europäischen Weltraumorganisation mit dem Instrument Sentinel-4 aus der geostationären Umlaufbahn die Luftqualität sowie verschiedene Schadstoffe und Aerosole über Europa. Die Konstellation verbindet damit schnelle, hochaufgelöste Bilder mit Messungen aus dem Inneren der Atmosphäre.
3 zusätzliche Kontextquellen
Nach der offiziellen ESA-Darstellung sowie einer OHB-Mitteilung zum Missionsverlauf wurde MTG-I2 rund 36 Minuten nach dem Start von der Ariane 6 getrennt und in die vorgesehene geostationäre Transferbahn ausgesetzt. Als nächste Schritte nennt die ESA das Starten des Antriebssystems und das Entfalten der Solarpaneele. Der weitere Missionsverlauf umfasst noch die Orbitanhebung und Positionierung sowie anschließend die Kalibrierung und Validierung der Instrumente. Damit befindet sich der Satellit weiterhin in der frühen Betriebs- und Übergangsphase; der Regelbetrieb ist nicht belegt.
Nach seiner Inbetriebnahme soll MTG-I2 hochaufgelöste Bilder der Atmosphäre über Europa und Nordafrika liefern. Für Europa ist im sogenannten Rapid-Scan-Modus eine Aktualisierung der Aufnahmen alle 2,5 Minuten vorgesehen. Die geplante Leistung soll kurzfristige Wettervorhersagen und Frühwarnungen bei schnell entstehenden Unwettern verbessern. Auch die Beobachtung von Waldbränden und Luftverschmutzung soll von den Daten profitieren.
Der Satellit soll später in einer geostationären Umlaufbahn rund 36.000 Kilometer über der Erde betrieben werden. Seine nominelle Lebensdauer beträgt 8,5 Jahre.
Für die Ariane 6 war VA270 nach Angaben der Europäischen Weltraumorganisation der neunte Start. Zugleich war es der erste Ariane-6-Flug in eine geostationäre Transferbahn.
Quellen & Beleglage
7 Quellen zur NachrichtEineNachricht formuliert eigenständig. Die Angaben unten beschreiben, wofür die jeweilige Quelle in dieser Fassung verwendet wurde; die Quellenart ist kein Gütesiegel für sämtliche Aussagen der Quelle.
Verwendet für: Belegt den Start von MTG-I2, seine Einordnung in die Meteosat-Konstellation, die vorgesehenen Wetter- und Frühwarnanwendungen sowie Eckdaten der Ariane-6-Mission.
MTG-I2 completes Europe’s latest weather trio ↗ (öffnet in neuem Tab)Verwendet für: Deutsche ESA-Darstellung zur Vervollständigung der ersten MTG-Satellitenfamilie und zu den vorgesehenen meteorologischen Anwendungen.
MTG-I2 vervollständigt Europas neuestes Wetter-Trio ↗ (öffnet in neuem Tab)Verwendet für: Offizielle ESA-Darstellung des Startverlaufs und der unmittelbar folgenden Missionsschritte, einschließlich des noch ausstehenden Starts des Antriebssystems und der Entfaltung der Solarpaneele.
Quelle öffnen ↗ (öffnet in neuem Tab)Verwendet für: Belegt den erfolgreichen Start des zweiten bildgebenden MTG-Satelliten sowie seine geplante geostationäre Umlaufbahn und nominelle Lebensdauer.
Quelle öffnen ↗ (öffnet in neuem Tab)Verwendet für: Belegt die noch ausstehenden Schritte nach dem Start: das Erreichen einer höheren beziehungsweise geostationären Transferbahn sowie Kalibrierung und Validierung vor dem Regelbetrieb.
Quelle öffnen ↗ (öffnet in neuem Tab)Verwendet für: Belegt die erfolgreiche Trennung von MTG-I2 rund 36 Minuten nach dem Start und die Aussetzung des Satelliten in eine geostationäre Transferbahn.
Quelle öffnen ↗ (öffnet in neuem Tab)Verwendet für: Veröffentlicht eine OHB-Mitteilung zum bestätigten Zwischenstand nach dem Start: Trennung von MTG-I2 rund 36 Minuten nach dem Abheben und Aussetzung in die vorgesehene geostationäre Transferbahn.
Quelle öffnen ↗ (öffnet in neuem Tab)Aktualisierungen
- Aktualisierung und Korrektur: MTG-I2 wurde etwa 36 Minuten nach dem Start von der Ariane 6 getrennt und in eine geostationäre Transferbahn ausgesetzt. Die ESA nennt das Starten des Antriebssystems und das Entfalten der Solarpaneele noch als nächste Schritte. Der Satellit ist daher weiterhin nicht im Regelbetrieb.
- Aktualisierung: Nach dem Start wurden die Kommunikation mit MTG-I2 und das Entfalten der Solarpaneele bestätigt. Der Satellit befindet sich in erwartungsgemäßem Zustand und geht in die frühe Betriebsphase über. Die endgültige Positionierung sowie Kalibrierung und Validierung stehen noch aus;
- Korrektur: Neue Angaben zeigen: MTG-I2 hat sich bereits rund 36 Minuten nach dem Start von der Oberstufe getrennt und ist in eine geostationäre Transferbahn ausgesetzt worden. Der Satellit muss noch seine endgültige Position erreichen und durch Kalibrierung und Validierung für den Regelbetrieb vorbereitet werden.
